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Soap-Fans trauern um ihren Marienhof. Mit verläßlicher Regelmäßigkeit leitete diese Serie werktags um 18.25 Uhr den Feierabend in der ARD ein. 18 Jahre hat man durchgehalten und es in dieser Zeit auf rund 4.000 Folgen gebracht. Alle Achtung! Da können die Zuschauer schon ein gewisses Gewohnheitsrecht geltend machen.

Der Marienhof liegt in einem fiktiven Kölner Stadtviertel. Um das Schicksal und die Erlebnisse seiner Bewohner drehen sich die täglichen Geschichten. In diesem kleinen Universum sind mehrere Wohngebäude und all die Einrichtungen, in denen sich mitmenschliche Begegnungen in einem alltäglichen Umfeld bestens in Szene setzen lassen: Eine Kneipe, ein Café, einen Waschsalon, einen Bäckerladen und sogar eine Pension gibt es. Auch Schule und Disko fehlen nicht, ganz wie im wirklichen Leben. Entsprechend sind die Charaktere Menschen, denen wir alle täglich begegnen. Schüler und ihre Lehrer, Handwerker und Ladenbesitzer; man fühlt sich ein wenig an „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ erinnert.

Produziert wird allerdings nicht in Köln, wie man denken könnte, sondern im Süden Münchens auf dem Bavaria-Gelände. Rückblickend muss man Respekt davor haben, dass es Leute gegeben hat, denen , innerhalb eines vorgegebenen Rahmens, über einen so langen Zeitraum immer wieder etwas Neues eingefallen ist. Das können bestimmt nicht viele. Um so erschreckender ist es, zu hören, dass die Abkehr von diesem Format so schlagartig beschlossen wurde, dass nicht einmal Zeit blieb, alle Mitarbeiter der Produktion zu informieren, bevor die Nachricht online ging. So berichtet es das Medienmagazin DWDL.de.

Dass es mit dem Marienhof zu Ende geht, liegt, so kolportierten Medienvertreter, an den rückläufigen Einschaltquoten, besonders bei den Jüngeren. Mag sein, dass die Handlung, die Darsteller oder beides mit den Jahren zu „altbacken“ rüberkommen. Vielleicht wollen die Leute nach so langer Zeit aber auch einfach mal Abwechslung.
Noch ist nicht endgültig beschlossen, wann die letzte Folge ausgestrahlt werden soll. Für richtige Fans wird das ein Trauertag sein, das werden sie gemeinsam vor dem Bildschirm erleben und bestimmt wird bei dieser Episode noch die eine oder andere Abschiedsträne vergossen.
Wer den Fernsehabend schon um 18.00 Uhr mit der Serie „Verbotene Liebe“ einzuleiten gewohnt ist, kann aufatmen. Diese Soap bleibt wie gewohnt im Programm. Im übrigen tendiert man in der ARD dazu, verstärkt auf Quiz- und Krimi-Formate zu setzen.

Irgendwie gehörte der Marienhof einfach dazu. Dass es ihn jetzt nicht mehr geben soll, bewegt die Leute. Allein auf web.de wurden innerhalb weniger Stunden 790 Meinungen zur Absetzung der Serie abgegeben.
Aber so richtig wahrnehmen wird man den Verlust vielleicht nicht einmal…Wie sagt es „Goldi85“ in seinem Diskussionsbeitrag so schön?: „Eine Soap weniger, wird auch nichts ändern in dem allabendlichen Verwirrspiel in welcher Soap man gerade ist. „ Und „papbaer“ kommentiert: „Ooooooh. Und wieder fällt der sprichwörtliche Sack Reis um.“