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Es gibt kaum etwas im Leben, was sich nicht zum Doku-Format verarbeiten ließe. VOX setzt dem Ganzen die Krone auf. Mit „Ab ins Beet!“ wird sogar der Garten zum Schauplatz deutscher Fernsehunterhaltung.

„Ab ins Beet!“ ist eine regelmäßig ausgestrahlte Eigenproduktion des Senders. Mit Doku-Formaten, die nahe am echten Leben und Erleben, aber auch an den Träumen und Sehnsüchten der Zuschauer angesiedelt sind, hat sich VOX ein eigenes Profil aufgebaut. Dazu gehören unter anderem: „Das perfekte Dinner“, „Natürlich blond“, „Prominent!“, „Goodbye Deutschland“, „Wildes Kinderzimmer“,  „Schneller als die Polizei erlaubt“, „Der Hundeprofi“ und „hundkatzemaus“. Mag manches davon banal erscheinen, so erobern sich die Dokus doch stets eine überzeugte Fangemeinde.

„Ab ins Beet!“ hat sich erfolgreich in diese Mischung eingereiht. Inmitten üppiger Pflanzenpracht begegnet der Zuschauer gelegentlich sogar bekannten Gesichtern. So war zum Beispiel Markus Becker eine ganze Weile dabei. Viele kennen den Pfälzer vom Urlaub auf Mallorca oder an der Küste Bulgariens, wo er mit seinen Schlagerhits alljährlich für Stimmung sorgt. Man nennt ihn auch den „König vom Goldstrand“.

Letztlich zeigen uns die neuen Folgen der Doku-Soap stets aufs Neue, dass Menschen im Garten eben auch nur Menschen sind. Mit allen Stärken und Schwächen, die sie bereits innerhalb ihrer vier Wände haben und die sie draußen beibehalten. Da gibt es Emsige und Faule, Gutmütige und Eifersüchtige, Geschickte und Leute mit zwei linken Händen. Zielgruppe sind all die, die sich in der Natur entspannen möchten, ohne dabei das Sofa verlassen zu müssen. Wer selbst nichts zu mähen hat, kann wenigstens beim Zuschauen ein wenig mit schwitzen. Es wird gebuddelt und gepflanzt, was das Zeug hält. Doch mit einfacher Gärtnerei ist es oft nicht getan. Da werden Blockhäuser aufgebaut, Teiche angelegt und ganze Kubikmeter Erde bewegt. Genüsslich kann man verfolgen, wie Hobby-Handwerker sich mit neuem Werkzeug herumplagen. Und dabei geht natürlich eine Menge schief. Klar, das hätte man natürlich besser gekonnt, aber man muss ja nicht. Zuschauen und Lästern reicht vollkommen.

Der Geschmack der Gartenliebhaber variiert erheblich. Was der eine als gemütliche Oase empfindet, wird ein anderer mit ganzer Energie umgestalten wollen. Bei aller Hochachtung vor der vollbrachten körperlichen Leistung fragt man sich gelegentlich, ob das Erreichte wirklich eine Verbesserung darstellt. Aber so ist das Leben: Was dem einen sein Gartenzwerg, ist dem anderen sein Springbrunnen mit digital gesteuerter, farblich wechselnd pulsierender LED-Beleuchtung. Nicht jeder hat den grünen Daumen, aber manche Hobbygärtner sind so skurril, dass sie die Herzen eines harten Kerns eigener Fans erobert haben und zum Kult geworden sind.

Sieben Staffeln sind es mittlerweile geworden und ein Ende ist nicht abzusehen. Doch wie bringt man so ein TV-Format heil durch den Winter? Die meisten Gartenfreunde befassen sich in den kalten Monaten nicht viel mit ihren Beeten. Nun gut, man kann empfindliche Pflanzen mit ein paar Tannenzweigen gegen Frost abdecken. Aber für die Zuschauer wäre das nicht besonders unterhaltsam. Was also tun? Soll man den Winter ganz einfach ausblenden oder vielleicht passende Inhalte entwickeln. Für den Dezember bietet sich immerhin noch das gemeinsame Schlagen des Weihnachtsbaumes an. Allzu oft darf man das aber auch nicht machen, sonst werden die Tannen am Set knapp. „Gemeinsames Glühweintrinken im Gewächshaus“ wäre vielleicht nett, gibt aber bildlich nicht viel her. Vielleicht sollten die Darsteller ein wenig in Gartenarchitektur machen und schon mal die neue Rasenkante für das kommende Frühjahr entwerfen…